Autogenes Training für Grundschulkinder von Birgit Herrigel und Karin Kelnhofer

Die Stunden für die Kinder von 7-10 Jahren sehen wesentlich anders aus, als die für Erwachsene und Jugendliche. Die Stunden sind 3-geteilt und laufen folgendermaßen ab:
Im ersten Teil machen wir mit den Kindern viele verschiedene Bewegungsspiele, am Anfang lebhafter und gegen Ende immer ruhiger. Auch hier setzen wir Naturtoninstrumente und vor allem immer einige verschiedene Klangschalen ein.
Besonders beliebte Spiele sind: DAS FLEDERMAUSSPIEL, hier begeben sich die Kinder unter eine Decke (Höhle), vorher bekommen sie noch mit bunten Tüchern Flügel umgebunden. Wenn die Kirchturmuhr (helle Klangschale) 12x ertönt kommen sie aus ihren Höhlen und flattern herum, wenn die Kirchturmuhr ( Klangschale) 1x klingt ist es1 Uhr und die Fledermäuse gehen wieder schlafen u.s.w. Ein weiteres Spiel ist die KLANGGASSE: hierzu benötigen wir verschiedene Klangschalen, Regenmacher, Trommeln, Schellen und Zimbeln. Alle, bis auf ein Kind stellen sich in eine Reihe auf (oder in 2-er Reihen mit 2 gleichen Instrumenten), die Instrumente werden bunt gemischt. Ein Kind bekommt die Augen verbunden und wird an den Instrumenten vorbeigeführt, dann wird nur das eine Instrument gespielt und das Kind soll dann genau das Instrument benennen (z.B. kleine Trommel aus Holz, kleine Klangschale...), es kommen alle Kinder der Gruppe an die Reihe.
Hier zeigen sich schon bei den Kleinen gewaltige Unterschiede. Manche Kinder tun sich sehr leicht und können schnell das genaue Instrument benennen, andere brauchen etwas Hilfe, bes. hören sie den Unterschied zwischen den einzelnen Klangschalen nicht. Es ist aber sehr schön zu sehen, wenn wir das Spiel öfter spielen, wie das Gehör und die Konzentration auch dieser Kinder geschult wird.
Auch sehr beliebt ist das Spiel LAUT-LEISER: Hier kommen auch wieder die verschiedensten Instrumente, wie oben, zum Einsatz. Sie werden in die Mitte gelegt und jedes Kind sucht sich eines aus und darf es kräftig ausprobieren. Dann legen wir gemeinsam fest, welches Instrument das lauteste, 2.lauteste... bis leiseste ist. Wir bilden dann eine Klangschlange ( vorneweg das lauteste- bis hinten das leiseste Instrument) und tanzen munter als Schlange durch den Raum. Auf unser Kommando hin, wird zuerst das lauteste Instrument (meist eine große Trommel) in die Mitte gelegt, dann das nächste... bis zum leisesten (Glöckchen o.Ä.. Das Spiel verlangt genaues Hinhören und die Kinder sind sehr erstaunt, wie anders die Klangschlange klingt, wenn die lauten Instrumente fehlen.
Dann gehen wir zum langsameren Teil über und machen gerne mit den Kindern kleine Massagen, wie z.B. Rücken-und Schultermassagen mit dem Igelball. Die lieben die Kinder heiß und innig. Wir spielen immer mit unseren Klangschalen dazu, was eine ganz entspannte, harmonische Atmosphäre schafft und die Kinder schön "runterfährt“. Speziell bei sehr unruhigen Kindern legen wir auch gerne eine Schale auf den Rücken oder Bauch und schlagen sie sanft 3-4 mal an. Besonders die sehr unruhigen Kinder, die ja oftmals auch super sensibel sind, beruhigen sich damit schnell. Wir haben den Eindruck das Kind saugt die ruhigen Klänge regelrecht in sich auf. Hauptsächlich haben sich dazu folgende Klangschalen bewährt: Thetawelle, Alphawelle (mit Mond), alle Mondschalen, Hopi und auch OmTon.
Die Wirkung der Klangschalen wird noch verstärkt, wenn die freie Hand auf den Körper aufgelegt wird, neben die Klangschale.
Im zweiten Teil des A.T. wird immer ein bestimmtes Thema besprochen, passend zu den A.T.-Geschichten, die wir in kindgerechter Form zum großen Teil selbstverfasst haben.
Vor dem eigentlichen Vorlesen wird 3x eine Klangschale angespielt, sodass die Kinder mit der Zeit genau wissen, spätestens jetzt ist Ruhe und Zuhören angesagt. Mit der Zeit ist es während des Vorlesens mucksmäuschenstill. Nach Beendigung der Geschichte wird wieder 3x eine Klangschale angeschlagen, sodass die Kinder verlässlich wissen, sie können die Augen wieder öffnen und sich bewegen. Die Klangschalen werden in unseren Stunden unsere ständigen Begleiter und helfen uns sehr dabei eine ruhige vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen. Außerdem fördern sie die Konzentration und das richtige Hören. Am Anfang einer jeden Stunde sind die Kinder immer schon ganz gespannt darauf, welche Klangschalen wir diesmal dabei haben und probieren sie natürlich sofort aus. Jeder hat mit der Zeit seine Lieblingsschalen und wir sind oft sehr erstaunt, wie unbefangen und leicht die Kinder mit den Schalen umgehen. Dazu erklären wir in der ersten Stunde immer, dass die Schalen wertvolle Instrumente sind, unsere besonderen Schätzchen und ganz schön teuer. Das beeindruckt sie so, dass sie sorgsam mit unseren Klangschalen umgehen.
Im dritten Teil des A.T. malen die Kinder ihre Reiseerlebnisse von den Geschichten, die sie mit einem Unterwasserboot unters Meer, mit dem Heißluftballon in die Welt und mit dem fliegenden Teppich zum Mond und ins Land der Wünsche bringen.
Das Malen begleiten wir auch oft mit unseren Klangschalen, um die Stunden harmonisch ausklingen zu lassen. Manchmal hat aber auch mal ein Kind keine Lust zu malen und spielt lieber Klangschale für sich oder legt sie einem anderen Kind auf den Rücken und schlägt sie an. Nach kurzer Anleitung von uns geht das sehr gut und einfach. Kinder tun sich dabei wesentlich leichter als Erwachsene und gehen ganz intuitiv vor.
So geht eine Stunde mit viel Freude und Ruhe, die allen Kindern sehr gut tut, zu Ende.
Wie man sieht, sind die Klangschalen und auch andere Naturtoninstrumente ein sehr wichtiger Teil unseres Autogenen Trainings für Kinder. Und oft haben die Kinder so viel Spaß an den Schalen, dass die Frage nach speziellen Workshops kommt, die wir mit Hilfe von Utas Unterlagen gerne ausarbeiten und gestalten.

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